SISSA MICHELI | Ballad of Desires
Datum: 16. Januar 2019

Ballad of Desires



In ihrer Arbeit bezieht sich die Künstlerin auf den literarischen Begriff des objektiven Korrelats, welcher vom amerikanischen Maler Washington Allston (1797-1843) erstmals benutzt wurde und durch den Literaten T. S. Eliot (1888-1965) bekannt geworden war. Dieser beschreibt, wie anhand einer Verkettung von Gegenständen oder Situationen eine sinnliche Erfahrung ermöglicht werden kann, welche in uns ganz bestimmte Emotion hervorruft. Dieses philosophische Postulat setzt Sissa Micheli in ihren Fotografien um, indem sie mit der scheinbar absurden Verknüpfung von Dingen neue Bedeutungszusammenhänge erzielt. Die Inszenierung lässt sich ganz allgemein als ein wesentlicher Bestandteil der künstlerischen Arbeit von Sissa Micheli beschreiben. In dieser konkreten Arbeit bringt sie für einen fotografischen Moment Objekte miteinander in Verbindung und entrückt sie somit ihrer gewohnten Bedeutung.
Sabine Gamper

Sissa Micheli wurde 1975 in Bruneck in Italien geboren. Sie studierte von 2000 bis 2002 an der Schule Friedl Kubelka für künstlerische Photographie in Wien und absolvierte in den Jahren 2002 bis 2007 ihr Diplomstudium an der Akademie der bildenden Künste Wien bei den Professoren Franz Graf, Gunther Damisch und Matthias Herrmann, wo sie mit Auszeichnung abschloss. Sissa Micheli erhielt mehrere Preise und Stipendien, darunter 2008 den Preis der Akademie in Wien und den Premio Pagine Bianche d’Autore, Mailand, in den Jahren 2009 und 2013 das Atelierstipendium London und Paris des BKA sowie im Jahr 2015 das Staatsstipendium für künstlerische Fotografie. Im Jahr 2016 wurde sie mit dem Preis "Künstlerin des Jahres" des Südtiroler Künstlerbunds und dem HGV ausgezeichnet. Sie verzeichnet zahlreiche nationale und internationale Einzel- und Gruppenausstellungen und ist in öffentlichen und privaten Sammlungen vertreten. Sie lebt und arbeitet in Wien.

Text von OÖ Kunstverrein
 
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