Die Ordnung der Dinge
Vernissage: 25. Oktober 2016, 19:00
Ausstellungsdauer: Bis 02. Dezember 2016
Nina Rike Springer
Für ihre präzise durchkomponierten, collagehaften Arbeiten tritt Nina Rike Springer zumeist selbst vor die Kamera. Es geht dabei jedoch nicht um Selbstinszenierung im Medium der Fotografie. Vielmehr setzt die Künstlerin ihren Körper als Instrument zum Ausdruck von Befindlichkeiten ein. Ein klarer Bildaufbau, der sich an der Formensprache von Bauhaus und Konstruktivismus orientiert, aber auch die Buntheit, der Humor und
die Dynamik von Pop, Comic und Body Art sind typisch.

„Die Ordnung der Dinge“ heißt Michel Foucaults Monumentalwerk zur Wissenschaftsgeschichte. Diesen Titel nimmt die Ausstellung nicht ohne Augenzwinkern auf: „Meine Figuren haben den Wunsch und Drang, die Bilder zu ordnen“, so die Künstlerin. Tatsächlich sind diese Bildräume bevölkert von Figuren, die, angetan mit androgynen unifarbenen Fantasie-Outfits, ungemein geschäftig wirken. Sie folgen absurden Choreografien, führen Verrenkungen aus, gehorchen geheimen Bewegungscodes. Die Geschichten hinter den perfekt ausgeleuchteten fotografischen Raumbühnen werden im Zuge der Ausstellung vorwärts und rückwärts gedacht: Was haben diese Figuren vorher gemacht und wo wollen sie jetzt
eigentlich hin? Wo endet die gelbe Linie, die aus dem Bild führt? Schnittstellen der Fotografie mit Skulptur, Film, Performance und Theater werden dabei ebenso transparent wie künstlerische Produktions- und Inspirationsprozesse.

> Essay zur Ausstellung von Lisa Ortner-Kreil
PDF-Dokument Nina Springer Essay (PDF-Dokument, 112,11 KB) 
 
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